Ein einfacher Aufbau, der in der Praxis häufig unterschätzt wird: ein perforiertes Rohr, über das ein textiler Filterschlauch gezogen wird. Das Wasser tritt durch die Perforation aus, der Schlauch hält die Feststoffe zurück und schwemmt sie nicht in den abfließenden Volumenstrom. Ob eine solche Lösung dauerhaft funktioniert, entscheidet sich fast immer an denselben Punkten – Filterfeinheit, Material, Fixierung und mechanische Belastung.
Wozu ein Filterschlauch über einem Lochrohr dient
Bei der Schwerkraftentwässerung oder beim drucklosen Wasseraustritt aus einem Standrohr soll das Wasser frei ablaufen, während Sand, Schlamm und feine Partikel zurückgehalten werden. Der textile Schlauch wirkt dabei als flächige Filterbarriere unmittelbar auf der Rohrwand. Gegenüber einer starren Sieblösung lässt sich ein Gewebeschlauch feiner abstufen, einfacher konfektionieren und bei Bedarf austauschen.
Worauf es bei der Auslegung ankommt
- Filterfeinheit: Die Porengröße muss zur kleinsten zurückzuhaltenden Partikelgröße passen. Zu grob lässt Feststoffe durch, zu fein erhöht den Durchflusswiderstand und das Risiko des Verblockens.
- Freie Durchflussfläche: Perforation des Rohrs und offene Fläche des Gewebes müssen zusammenpassen, damit der geforderte Volumenstrom ohne unnötigen Druckaufbau abfließt.
- Fixierung an den Enden: Der Schlauch muss dicht und rutschsicher am Rohr sitzen, damit kein Wasser ungefiltert an den Enden vorbeiläuft. Schellen oder Bänder sind hier die übliche Lösung.
- Mechanische Belastung: Strömung, Abrieb an den Perforationskanten und wiederkehrende Druckwechsel bestimmen, wie robust das Gewebe und die Nähte ausgelegt werden.
- Chemie und Temperatur: Wasserzusammensetzung, pH-Wert, Chloride und Temperatur bestimmen die Materialwahl.
Materialwahl
Polypropylen (PP) ist ein robuster Standard für kaltes Wasser: gute Chemikalienbeständigkeit, hydrolysestabil und geringe Wasseraufnahme, auch bei Chloriden. Polyester (PET) bietet höhere mechanische und Abriebfestigkeit, muss aber innerhalb seiner chemischen Grenzen eingesetzt werden. Polyamid (PA) ist sehr abriebfest, nimmt jedoch Wasser auf. Für anspruchsvolle Chemie oder sehr niedrige Oberflächenenergie kommen PTFE oder Speziallösungen in Frage. Welche Kombination passt, hängt vom realen Prozess ab – belastbare Zahlen nennen wir bewusst erst, wenn die Betriebsdaten bekannt sind.
Reinigung ohne Rückspülung
Nicht jede Anlage bietet eine Rückspülung. Lässt sich der Schlauch nur von außen oder gar nicht regelmäßig reinigen, gewinnt eine glatte, verblockungsarme Oberfläche an Bedeutung, damit sich Feststoffe nicht dauerhaft festsetzen. Auch die Filterfeinheit ist dann ein Kompromiss zwischen Rückhaltung und Standzeit.
Welche Daten wir für eine Empfehlung benötigen
Rohrdurchmesser und -länge, Perforationsbild (Lochdurchmesser und offene Fläche), Volumenstrom und Druckverhältnisse, Wasserzusammensetzung und Temperatur, die kleinste zurückzuhaltende Partikelgröße, die Art der Fixierung sowie eventuelle Reinigungsmöglichkeiten. Auf dieser Grundlage schlagen wir Gewebe, Feinheit und Konfektion vor. Mehr dazu auf unserer Seite zu Filterschläuchen für Lochrohre und zur Konfektion & Zuschnitt.
Fazit
Ein Filterschlauch über einem Lochrohr ist konstruktiv einfach, aber in der Auslegung anspruchsvoll: Feinheit, Durchfluss, Fixierung und Material müssen zum konkreten Fall passen. Schildern Sie uns Ihre Anwendung – sprechen Sie uns an.


